Die häufigsten Fehler in Bewerbungen — aus HR-Sicht
Dieselben Fehler kommen immer wieder — und die meisten davon sind leicht zu beheben. Hier sind die sieben Muster, die HR in jeder Runde aussortiert, obwohl die Menschen dahinter oft genau die richtigen wären.
Die Fehler, die Bewerbungen kosten, sind meistens nicht spektakulär. Keine Rechtschreibkatastrophen, keine falschen Unternehmensnamen.
Es sind subtile Muster. Die immer wieder auftauchen. Die immer wieder dazu führen, dass eine Bewerbung aussortiert wird — obwohl der Mensch dahinter vielleicht genau die richtige Person wäre. Was du konkret dagegen tun kannst — als schnelle Checkliste — habe ich zusammengestellt. Du findest sie weiter unten für 0 €.
Fehler 1: Der Lebenslauf ist eine Aufgabenliste
"Zuständig für die Bearbeitung von Kundenanfragen." "Mitarbeit im Lagerbereich."
Das sagt mir, was du getan hast. Nicht ob du gut warst.
Was mich interessiert: was war das Ergebnis? Was hast du konkret gemacht?
Nicht "Zuständig für Kundenanfragen" — sondern "Kundenanfragen per Telefon bearbeitet, 30–40 pro Tag". Nicht "Mitarbeit im Lagerbereich" — sondern "Wareneingang kontrolliert und eingelagert, Bestandslisten gepflegt".
Konkreter. Nicht aufgebläht — konkreter.
Fehler 2: Das Anschreiben fasst den Lebenslauf zusammen
"Wie aus meinem beigefügten Lebenslauf hervorgeht..."
Den habe ich gerade gelesen. Ich brauche keine Zusammenfassung.
Das Anschreiben hat eine einzige Aufgabe: zeigen, warum diese Stelle, warum dieses Unternehmen, was du mitbringst das relevant ist. Das steht nicht im Lebenslauf.
Fehler 3: Kein Unternehmensbezug
Eine Bewerbung, die genauso an zehn andere Unternehmen hätte gehen können. Das merkt man — an den allgemeinen Formulierungen, daran, dass kein Satz zeigt, dass du das Unternehmen kennst.
Ein einziger konkreter Satz reicht: etwas, das beweist, dass du nachgeschaut hast. Nicht "Ihr Unternehmen ist führend in seiner Branche" — das ist nichtssagend. Etwas Echtes.
Fehler 4: Zu viel oder zu wenig
Zu viel: drei Seiten für eine Stelle, wo eine reicht. HR muss nicht wissen, was du 2010 gemacht hast, wenn es zur Stelle nichts beiträgt.
Zu wenig: ein Lebenslauf ohne Zeiträume, ohne Beschreibungen, ohne Kontext. Fragen entstehen — und wenn Fragen entstehen, geht HR weiter.
Vollständig und relevant. So kurz wie möglich.
Fehler 5: Nicht nachfragen
Du bewirbst dich. Hörst nichts. Wartest.
Nach einer Woche kurz nachfragen ist völlig normal. Zwei Sätze — ob die Bewerbung angekommen ist, ob es eine Rückmeldung gibt. Das ist kein Aufdrängen. Es zeigt Interesse und bringt dich zurück auf den Schirm.
Die meisten trauen sich nicht. Dabei ist es einer der einfachsten Hebel. Was die häufigsten Hebel sind und wie du sie Punkt für Punkt abhakst, zeigt die Checkliste für 0 €.
Fehler 6: Fehlende oder veraltete Kontaktdaten
Alte Handynummer, falsche E-Mail, eine Adresse, die seit Jahren nicht gecheckt wird.
Wenn HR dich nicht erreichen kann, versucht sie es einmal, vielleicht zweimal. Dann geht sie weiter.
Vor jeder Bewerbung prüfen: Kontaktdaten aktuell? Seriöse E-Mail-Adresse? Erreichbar auf der angegebenen Nummer?
Fehler 7: Kein Abgleich mit der Ausschreibung
Die Stellenausschreibung sagt dir, was das Unternehmen sucht — und welche Wörter das ATS-System scannt.
Wer seine Standard-Bewerbung schickt, ohne sie abzugleichen, verschenkt einen einfachen Vorteil. Zehn Minuten, Ausschreibung neben der Bewerbung, fehlende Keywords einbauen — das ist der Unterschied zwischen einer Bewerbung, die das System passiert, und einer, die es nicht tut.
Weitergelesen:



